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Praxistest: Panasonic Lumix DMC-FZ2000 20,1 MP

Praxistest: Panasonic Lumix DMC-FZ2000 20,1 MP

Konsequent intuitiv, hybrid und einzigartig - die FZ2000
Der Filmlook großer Spiegelreflexkameras wirkt zunehmend beindruckender, in Zeiten von 4k und nahezu unkomprimierter Video-Dateien lassen sich auch ohne großen Aufwand cinematisch-anmutende Aufnahmen erstellen. Doch semiprofessionelle Anwender und jeder Hobbyfilmer kennen beim Arbeiten mit der DSLR das Problem: Nach knapp 30 Minuten Filmzeit gilt es, eine Drehpause einzulegen, denn die Movie-Aufnahme stoppt dann automatisch. Und genau hier schickt Panasonic sein neues Flaggschiff ins Rennen – die FZ2000, die mit einem 1 Zoll großen Sensor zwar zu den Bridgekameras gehört, doch nicht nur im videografischen Umfeld ganz klar ihre Stärken ausspielt. Inwieweit damit nervige Unterbrechungen der Vergangenheit angehören und mit welchen Features die im Premiumsegment angesiedelte Kamera überzeugt, zeigt der folgende Testbericht.

Haptik und Handling
Zugegebenermaßen wirkt die neue Lumix nicht als Hosentaschenkamera prädestiniert, erinnern ihre Maße doch viel mehr an die eines DSLR-Bodys der Einsteigerklasse. Doch das ist positiv, denn so finden alle wichtigen Bedienelemente einen dezidierten Platz, störende Doppelbelegungen werden vermieden – das spart im Alltag Zeit und hilft unter Umständen dabei, den entscheidenden Moment nicht zu verpassen. So lassen sich neben dem obligatorischen Moduswahlrad auch ein selbiges für die Bildrate, Blende und Verschlusszeit sowie frei konfigurierbare Functionbuttons finden, das Bedienlayout ist in seiner Gesamtheit an das einer klassischen DSLR angelehnt und damit sehr intuitiv. Das prädestiniert die Bridgekamera sowohl als Hauptkamera, aber auch als Back-Up-kamera für Vielreisende ist sie die passende Wahl. Generell leistet die Kamera stets zuverlässige Dienste, ihr robustes Design sowie der ausgeformte Handgriff sorgen auch in erlebnisreichen Situationen voller Aktionismus für volle Kontrolle und sicheren Halt.

Auflösung und Bildqualität
Die Kernkompetenz der FZ2000 unterstützt ein 1 Zoll großer MOS-Sensor, der mit ganzen 20,1 Megapixeln auflöst und damit die ideale Balance zwischen perfekter Detailtreue und idealem Low-Light-Verhalten findet. So lassen sich problemlos auch großformatige Prints realisieren, gleichzeitig können aber auch Aufnahmen bei schlechten Lichtverhältnisse ermöglicht werden, sodass ein ISO-Wert bis 12 800 durchaus auch für kleinere Ausdrucke und Veröffentlichungen in sozialen Netzwerken vollkommen praktikabel erscheint – bei derartigen Kameras eine Seltenheit. Die Fotografien besteche durch einen guten Dynamikumfang, der es bei Aufnahmen im RAW-Format auch noch ermöglicht, kreativen Ideen und deren Verwirklichung nicht im Wege zu stehen. Dabei erweist sich in der Praxis die fest verbaute lichtstarke Optik aus dem Hause Leicas als Performance-Wunder, was auch nicht anders zu erwarten war. Auch hier haben die Ingenieure Panasonics einen guten Kompromiss zwischen Brennweite und Lichtstärke gefunden, sodass als Resultat das hervorragende 20-fache Leica Zoomobjektiv hervorgegangen ist, das Kleinbild-äquivalent mit einer Brennweite von 24 bis 480 mm aufwartet und dabei einen lichtstarken Blendenbereich von 2.8 bis 4.5 abdeckt – eine Bestleistung verglichen mit herkömmlichen DSLRs. Der Hybrid O.I.S Bildstabilisator sorgt im Video- und auch Fotobetrieb für ein ruhiges, stabilisiertes Bild. Durch 9 Blendenlamellen wird ein weiches Bokeh generiert, was Video- und Fotografen gleichermaßen erfreuen dürfte, Führungsschienen vermeiden Unschärfeeffekte und Bildfehler, Vergütungen reduzieren letztere zusätzlich um ein erhebliches Maß, sodass chromatische Aberrationen deutlich vermindert werden.

Features
Neben Cinema 4K mit 4096x2160 mit 24 Bildern /sec. und QFHD 4K mit 3840x2160 mit bis zu 30 Bildern /sec. kann die FZ2000 auch Full HD mit einer hohen Bitrate von bis zu 200Mbit/s im universellen All-Intra Modus. Dabei ermöglicht Sie dem Anwender je nach Workflow eine Vielzahl von Codecs wählen. Ob MOV, AVCHD, MP4 oder All-Intra, die FZ2000 beherrscht fast alle Formate und Bildraten. Mit der FZ2000 ist nicht nur eine unbegrenzte Filmdauer möglich, sondern Sie verfügt auch über eine 4:2:2 HDMI-Signalausgabe. Dazu hat Sie natürlich Anschlüße für Kopfhörer und ein extra Mikrofon. Eine Besonderheit ist ebenfalls der integrierte ND-Filter. Diesen kann der Filmer in Stufen bis zu -6EV einstellen. Selbst das V-Log Profil, welches bisher der GH4 und GH4R vorbehalten war, kann der Anwender bei der FZ2000 nutzen.  Damit schafft Panasonic eine hervorragende Option für Filmer, die neue Standards setzen wollen, ohne in ihrer Aufnahmedauer beschränkt zu sein. Über den  HDMI Videoausgang kann auch ein externer Monitor zur Bildkontrolle, wie der Blackmagic Video Assist 4K angeschloßen werden. Zudem wurde mit 4k Foto eine bewährte Technologie für unvergessliche und unikate Momente integriert, womit sich Szenerien als 4k-Sequenz aufzeichnen lassen, aus welcher im Anschluss das gewünschte Einzelbild intuitiv gewählt und als jpeg gespeichert wird – in 8 Megapixeln und damit sogar für Ausdrucke im A3-Format geeignet. Die 4K Fotofunktion gab es schon bei einigen Vorgängermodellen aus dem Panasonic Programm. Nun hat Panasonic bei der DMC-G81, DMC-FZ2000 und DMC-LX15 diese noch einmal verfeinert und um die Focus-Stacking Funktion erweitert. Mit Focus-Stacking kann der Anwender die Schärfentiefe aus mehreren Bildern zusammenfügen und ermöglicht so mehr Tiefenschärfe. Das Ganze geschieht durch einen einfachen Fingertipp auf den Touchscreen – dank des integrierten Wifi-Moduls lassen sich diese unvergesslichen Fotomomente auch schnell auf das Smartphone übertragen, mit Verwandten teilen oder drahtlos drucken – konsequent intuitiv, hybrid und einzigartig. Für die 4K Foto- als auch Videoaufzeichnung empfiehlt sich eine schnelle Speicherkarte. Ich habe hier die Lexar 2000x / 128GB verwendet.

Fazit
Die FZ2000 überzeugt mit tollen Ergebnissen auch bei schlechten Lichtverhältnissen und eignet sich besonders durch ihre Vielzahl als Ausstattungsmerkmalen für einen breiten Anwenderkreis. Das 20x Leica-Superzoom DC Vario Elmarit 24-480mm deckt einen riesigen Zoombereich ab. Der ausgezeichnete Kompromiss zwischen Brennweite und Lichtstärke hat mich von Anfang an begeistert. Sowohl für Fotoanwender, als auch für den Videobetrieb lässt Panasonic keine Wünsche offen.

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