Praxistest: Leica T (Typ 701) + Leica VARIO-ELMAR-T 18-56mm + Leica APO-VARIO-ELMAR-T 55-135mm

Praxistest: Leica T (Typ 701) + Leica VARIO-ELMAR-T 18-56mm + Leica APO-VARIO-ELMAR-T 55-135mm

Leica Typ 701 - Wo Moderne auf Purismus trifft
Das Sammeln und Zusammentragen besonderer, außergewöhnlicher oder eigenartiger Momente in den Fängen und der Anonymität der Großstadt – mit einer Messsucherkamera von Leica. Das ist wahrlich das Bild, das sich in dem Kopf eines jeden Fotografen manifestiert hat und immer wieder abgerufen wird, wenn er den Namen Leica hört. Doch auch Leica geht mit der Zeit und bietet neben jenen klassischen Messsucherkameras auch eine DSLR-Linie sowie eine moderne Systemkameraserie, die neben der gewohnten Qualität auf Bestniveau allerlei moderne Features mit dem legendären Stil Leicas paart und sich so als Optimum für den Fotografen mit Anspruch und Stilbewusstsein präsentiert. Inwieweit die Leica des Typs 701 genau diese Attribute realisiert, zeigt der folgende Praxisbericht.

Ein Handschmeichler - Design und Verarbeitung
Der silber glänzende Karton vermittelt bereits vor dem Öffnen ein Gefühl von Klasse und Eleganz, das sich durch das erste Benutzen und Entpacken der Kamera intensiviert. Ganz in robustem Aluminium gefasst, vermittelt der Body der handlichen Systemkamera Langlebigkeit, wobei das eloxierte Antlitz schlichtes Understatement gewährleistet – Hand in Hand mit dem passenden Stil, der Wertebewusstsein vermittelt. So liegt die Leica 701 sehr gut in der Hand und erinnert in ihrer Haptik an andere Systemkameras, wozu sowohl das leichte Gewicht von gerade einmal 400g als auch das schlanke und intuitive Design beitragen. Dabei gewährleistet die prägnant ausgeformte Griffmulde auch bei spontanen Aktionen stets einen sicheren Griff, mittels zweier Wahlräder lassen sich die wichtigsten Belichtungsparameter anpassen, während das große Display auf der Rückseite einen Überblick über die derzeitige Belichtungssituation gibt und auch als Sucher fungiert, da ein klassischer Sucher der kompakten Abmaße zuliebe lediglich als Zusatz-Accessoire erhältlich ist und dann auf dem Hot-Shoe befestigt wird.

Fotografie überdacht - Features und Ausstattung
Durch den fotografischen Alltag führt der leistungsstarke Akku, der allerdings bei längeren Fototouren mit häufiger Benutzung durch einen weiteren Akku Unterstützung finden sollte. Da bei der Benutzung einer Leica aber neben dem eigentlichen Festhalten des Moments auch Komposition und Bildführung im Vordergrund stehen, mahnt ein zu niedriger Akkustand indirekt auch an, jenen Aufgaben einen größeren Wert beizumessen, also sich zu besinnen und das Wesentliche zu realisieren. Letzteres gelingt zusätzlich durch Leicas Verzicht auf weitere Tasten und Bedienelemente als Etablierung eines neuen Bedienkonzepts, wobei das mittels Touch bedienbare Display das Überwinden aller fotografischen Hürden ungemein erleichtert. Solche Hürden stellen beispielsweise auch Schwachlichtsituationen dar, in denen vielen Sensoren und Kameras die sprichwörtliche Puste ausgeht, doch nicht so dem deutschen Fabrikat des Traditionsbetriebes aus Wetzlar. Zwar nimmt das Rauschen bei Dämmerung sichtlich zu, doch die Schärfe keineswegs ab. Das verleiht den Bildern Ausdruck und Brillanz mit einer charakteristischen Körnung nach Belieben, wobei die Auflösung sich stets exzellent präsentiert.

Herzstück Sensor - Allroundtalent
Das Maximum des 16 Megapixel-Sensors im APS-C-Format offenbart sich in seiner vollen Textur erst in Verbindung mit einem hochwertigen Objektiv wie der 18-56mm-Optik, die, mit einem L-Bajonett ausgestattet, den idealen Einstieg in das Konzept der spiegellosen Systemkameraserie Leicas darstellt. Die imposanten Landschaften lassen sich damit ebenso gut einfangen wie unverfälschte Bilder mit dokumentarischem Charakter. Eine Offenblende von 3,5-4,5 ermöglicht dabei konstante Ergebnisse über den kompletten Brennweitenbereich, der den allermeisten Situationen gewachsen ist. Mit einem zusätzlichen 55-135mm-Objektiv lassen sich auch entfernte Szenarios dokumentieren, sodass ein unverfälschtes Ergebnis kreiert werden kann. Leistungstechnisch knüpft auch diese Optik in Sachen Verarbeitung und Brillanz an den weitwinkligeren Allrounder an, sodass komplette Bildserien einen einheitlichen Look erhalten. Letztere lassen sich dank eines integrierten Wifi-Moduls auch direkt in sozialen Netzwerken veröffentlichen oder drahtlos weiterbearbeiten, auch der Fernsteuerung via Smartphone steht so nichts mehr im Wege. Damit eröffnen sich ganz neue Wege und Möglichkeiten, die den stilbewussten Familienvater oder Fotoenthusiasten genauso adressieren wie den modernen Puristen mit der Liebe zum Detail. Fans der Marke können auch ihre bereits erworbenen und bewährten M-Optiken dank eines Adapters weiterverwenden – für einen lückenlosen Übergang hin in eine modernisierte Welt des puren Fotografie-Erlebnisses.

Fazit
Leica Motto "Fokussiert auf das Wesentliche - die Freude an der Fotografie". Diese kann ich nur bestätigen, die Haptik der Leica T 701 ist einfach "Leica Like" und sucht seines gleichen. Tradition ist auch hier groß geschrieben, Qualität ohne Kompromisse.
Es macht Spaß mit dieser Kamera zu fotografieren, sobald man sich mit dem Menü zurecht gefunden hat, ist Einstellung zur Nebensache geworden und die Fokussierung auf das Wesentliche beginnt.

Tags: Praxistest, Leica