Praxistest: Canon EOS 760D + Sigma A 20mm F1,4 + Sigma EX 105mm F2,8

Praxistest: Canon EOS 760D + Sigma A 20mm F1,4 + Sigma EX 105mm F2,8

Novum über Novum - die Canon EOS 760D
Mit der Reihe rund um die „Dreistelligen“ frischt Canon alljährlich das Portfolio rund um die Klasse der Einsteiger- und Amateur-DSLRs auf. Die APS-C-Kameras konnten stets mit kompaktem Design, weitreichenden Verbesserungen und Features sowie mit einem erstaunlich überzeugenden Preis punkten. Mit der Canon EOS 760D schickt Canon einen weiteren Kandidaten in den Kampf rund um den Einstiegsbereich. Doch statt einfacher Modellpflege erweitert den Käufer ein umfassendes Paket der technischen Raffinessen. Wie sich dieses in der Praxis schlägt und inwiefern eine Kombination mit zwei der interessantesten Festbrennweiten Sigmas sinnvoll ist, zeigt der folgende Testbericht.

Entnimmt man die Kamera dem Canon-typischen Umkarton, fällt sofort das kompakte Design und geringe Gewicht des Bodys auf, das inklusive Akku mit gerade einmal 560 Gramm zu Buche schlägt – ideal für längere Touren und Erkundungen. In Bezug auf die Materialwahl bleibt Canon seinen vergangenen Produkten der Einsteigerserie treu und setzt auf hochwertig verarbeiteten Kunststoff in Verbindungen mit griffigen Haltmulden und Gummierungen, sodass auch das Bedienen in hektischen Situationen leicht von der Hand geht. Wer schon mit dem Bedienkonzept der Canon-Serie vertraut ist, findet sich auf Anhieb zurecht, aber auch Neueinsteiger sollten mit dem intuitiven System schnell die wesentlichen Funktionen finden.

Absolutes Novum in dieser Preisklasse ist das erstmals verbaute Schulterdisplay, das auf Seiten des Auslösers die wichtigsten Aufnahmeparameter zusammenfassend darstellt und so einen praktischen Überblick gewährt. Dieser neuen Errungenschaft musste das Moduswahlrad weichen, das fortan auf der linken Kameraschulter zu Hause ist. An dieser Stelle lässt sich nun auch die Kamera ein- und ausschalten sowie in den Videomodus versetzen. Die restliche Anordnung der Bedienelemente blieb weitestgehend gleich und erfuhr nur leichte Verbesserungen und Optimierungen. Lediglich an der Stelle der einst vorhanden Cursor-Tasten ist nun ein weiteres Wahlrad zu finden, mit dem sich optional Parameter wie beispielsweise die Blende anpassen lassen – ein echter Zugewinn an Komfort. Weiterhin ist auch die Canon 760D mit dem intuitiven Touchscreen ausgestattet, der sich zur Ermöglichung der abenteuerlichsten Aufnahmeperspektiven neigen, drehen und schwenken lässt. Besonders für Blogger interessant: Die klassische Selfie-Position des Bildschirms.

Letztere können dabei auf eine zeitgemäße Full-HD-Unterstützung zurückgreifen, die durch den überaus effektiven und sanften Autofokus unterstützt wird. Dieser unterstützt – wie auch das Vorgängermodell – die STM-Technik, die einen Fokuspunkt kontinuierlich scharfstellt. Aber auch Fotografen kommen mit dem neuen Technikwunder aus japanischem Hause auf ihre Kosten, denn erstmals wurden der Bildsensor und dessen Auflösung seit Jahren verbessert. So stehen statt den ursprünglichen 18 Megapixeln nun ganze 24 Megapixel als Auflösung zur Verfügung und ermöglichen so auch großformatige Prints. Die frei konfigurierbaren und gut verteilten 19 Autofkusfelder stellen selbst kleinste Objekte schnell scharf und auch das Scharfstellen eines schnell bewegenden Objektes ist problemlos möglich, sodass erstmals auch Sportfotografen ernsthaft adressiert werden. Wer indoor fotografiert, kann sich über eine Unterdrückung flackernden Lichtes freuen, wie es oft durch Neon-Röhren verursacht wird. Allerdings ist das Rauschverhalten nur durchschnittlich, weshalb es Sinn macht, auf lichtstarke Objektive zu setzen.

So zum Beispiel auf die neue 20mm-Optik aus dem Hause Sigma, die als klassisches „Immerdrauf-Objektiv“ mit einer Offenblende von lichtstarken 1.4 punkten kann und dank des großen Weitwinkels auch in Verbindung mit einem Crop-Sensor weitwinklig sämtliche Indoor-Szenerien einfängt und auch in der abendlichen Dämmerung bei beispielsweise Langzeitbelichtungen eine erstaunlich gute Figur macht. Es erweitert das Art-Portfolio Sigmas immens und wird selbst höchsten Ansprüchen gerecht, ganz gleich, ob in Sachen Auflösung oder Verarbeitung, was den durchaus ambitionierten Preis wieder wettmacht.

Naturliebhaber finden in dem 105mm-Objektiv aus gleichem Hause ein perfektes Pendant zu Canons Makrolinse, das zudem günstiger in der Anschaffung ist und dennoch das Vorbild der Japaner übertrumpft. Es bildet Insekten und Kleinstobjekte formatfüllend ab, wobei der Autofokus dank einer Bereichsbegrenzung sehr schnell und effektiv scharfstellt. Längere Verschlusszeiten sollten aufgrund der Offenblende von 2.8 eher die Ausnahme sein, finden aber in dem äußerst gut funktionierenden Bildstabilisator Anklang und Unterstützung. So spezialisiert sich das stabil gebaute Objektiv auf die Bereich Macro und Portrait und findet dabei seine Erfüllung.

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