Praxistest: Sony Alpha 7S II + Sony FE 55 mm F1.8 Sonnar T* ZA

Praxistest: Sony Alpha 7S II + Sony FE 55 mm F1.8 Sonnar T* ZA

Die Sony Alpha 7S II - Für Weltenbummler, Abenteurer und Lichtexperten
Als Sony 2014 die Alpha 7-Reihe vorstellte, zog sich ein Raunen durch die Fotografen- und Kamera-szene. Riesige Debatten über die Vor- und Nachteile eines spiegellosen Systems brachen vom Zaun, einige Fotografen schafften ihr komplettes Spiegelreflexequipment ab und ließen den Spiegellosen den Vortritt. Ein Kandidat trat dabei besonders ins Rampenlicht aufgrund seiner eher ungewöhnlichen Spezifikationen. Mit gerade einmal zwölf Megapixeln wollte die Sony Alpha 7S Profifotografen und Videofilmer überzeugen, brachte dabei aber eine äußerst hohe Empfindlichkeit mit sich. Was anfänglich wie ein Testballon aussah, wird nun nach großem Erfolg fortgesetzt. Ein verbessertes Autofokussystem, Profi Filmaufnahmefunktionen, neue Bildstabilisierungstechnologien und weitere Extras sollen die klassischen Fotografen hervorlocken. Belohnt werden diese mit einer einzigartigen Rauscharmut. Wie sich das neue ISO-Vorzeigemodell im Alltag schlägt, zeigt der folgende Testbericht.

Design, Handling und Verarbeitung
Sony setzt bei der zweiten Generation auf ein angepasstes Design und orientiert sich dabei am internen Schwestermodell 7R II und dessen großem Gehäuse. Doch trotz (oder gerade wegen) der angewachsenen Abmaße liegt die Alpha 7S II sehr gut in der Hand und vermittelt ein Gefühl der Wertigkeit, was nicht zuletzt der Materialwahl zu verdanken ist, die hier auf Aluminium und Magnesium fiel. Daraus ergeben sich gleichzeitig eine Staub- und Wasser-Robustheit, die das System auch für Outdoor-Spezialisten und Abenteurer interessant macht. Des Weiteren wanderte der Auslöser nun nach vorne und überzeugt mit einem noch besseren Druckpunkt. Damit entgeht garantiert kein Motiv, egal ob beim Wandern in alpinen Regionen oder beim Fotografieren von Landschaften.

DAS Kaufargument: Die Lichtempfindlichkeit
Für letztere ist die Kamera prädestiniert, auch wenn man dies aufgrund der geringen Auflösung vorerst nicht erwartet. Doch die Rauscharmut kann überzeugen. Damit lässt sich die vorherrschende Lichtstimmung sehr natürlich und authentisch einfangen und auch der hohe Dynamikumfang konnte im Test Überzügen. Daraus ergibt sich ebenfalls ein großer Spielraum in der Postproduktion der Aufnahmen mit Lightroom oder Photoshop. So ergeben sich vor allem bei der Fotografie des nächtlichen Himmels eindrucksvolle Möglichkeiten. Doch auch in der Videografie erschließen sich so ganz neue Perspektiven und Möglichkeiten der technischen Umsetzung.

Die bereits viel zitierte Videografie erlebt mit der Sony Alpha 7S II auch einen Aufschwung, der vor allem vom Videoformat bestimmt wird. So ist es nun möglich, 4k Filmaufnahmen mit bis zu 30 Bildern pro Sekunde zu erstellen, Zeitlupen werden dank der bis zu 120 fps sehr fließend dargestellt. Auch im Bereich des Videoschnitts ergeben sich so ganz neue Möglichkeiten. Doch 4k ist heutzutage ja beinahe Standard geworden, wenn auch nicht mit einer solch fortschrittlichen Bildrate. Der Unterschied beispielsweise im Vergleich zum Vorgänger liegt darin, dass nun keine externen Rekorder zur Aufzeichnung nötig sind, denn fortan wird das Videomaterial direkt auf der SD-Card gespeichert, die die Übertragung von hohen Datenmengen in kurzer Zeit unterstützen sollte. Im Test klappte das erstaunlich schnell und ohne Fehler.

Weitere Features
Neben diesen Verbesserungen ist ein neues Feature zunächst verborgen geblieben, erwies sich in der Praxis aber als überaus hilfreich: Der interne 5 Achsen Bildstabilisator. Er befindet sich hinter dem eigentlichen Bildsensor und gleicht auch größere Verwackler beim Filmen mühelos aus, was den Verzicht auf einen Objektiv-seitigen Bildstabilisator ermöglicht und somit effektiv Kosten spart. Auch beim Fotogarfieren sind so problemlos Verschlusszeiten im Beriech von 1/20 s möglich – aus der Hand! Damit ergibt sich auch in diesem Bereich eine signifikante Verbesserung und Neuerung, die den professionellen Alltag erleichtert. Gepaart mit dem intelligenten 169 Punkte AF, der in 3 Zonen aufgeteilt wurde und in der Praxis die allermeisten relevanten Bildbereiche abdeckte, ergibt sich so ein schnelleres und leistungsstarkes System, welches vor allem all jene anspricht, die im Bereich der Fotografie und Videografie beruflich Fuß gefasst haben. Generell werden auch Hobbyfotografen adressiert, die sich schon immer ein erstklassiges Low-Light-System zur Ergänzung oder auch als autarke Lösung wünschten. Lediglich Werbefotografen gehören meist nicht zur Zielgruppe - Für sie ist die Auflösung deutlich zu niedrig. Doch gerade Reisen und Abenteuer schreien förmlich danach, mit der neuen A7S dokumentiert zu werden. Das integrierte GPS-Modul lässt dabei im Nachgang Rückschlüsse auf den genauen Aufnahmestandort zu, Wifi dient zur Kamerasteuerungen via Tablet oder Smartphone und zur Teilung der Bilder mit Freunden in sozialen Netzwerken. Ein rundum gelungenes Gesamtpaket!

Die ideale Ergänzung zur Alpha 7S II ist das lichtstarke Sony FE 55 mm / F 1.8. Das perfekt verarbeitete Objektiv wird mit Schutzdeckeln, Gegenlichtblende und Köcher geliefert. Das 55mm verfügt über das Zeiss Label und liefert bereits bei Offenblende eine hervorragende Bildqualität. Zum Bildrand sind bei Blende 1.8 allerdings leichte Schärfenverluste zu erkennen. Blendet man die Optik um 1-2 Stufen ab, ist die Bildschärfe bis zum Bildrand super. Verzeichnungen oder Vignettierungen sind nicht sichtbar. Der Autofokus findet in Verbindung mit der 7S II schnell und punktgenau statt. Nutzt man das Objektiv mit manueller Scharfeinstellung, bietet es einen 2cm breiten Scharfeinstellring, der sehr geschmeidig läuft. Fokuspeaking oder Lupenfunktion der Alpha 7S II unterstützen die manuelle Scharfeinstellung perfekt. Der manuelle AF-Umschalter fehlt der Optik allerdings, so das man an der Kamera auf den manuellen Fokus umschalten muss.

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