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Praxistest: Panasonic Lumix DC-GH5 + Leica DG Vario-Elmarit 12-60mm 2.8-4.0 ASPH.

Praxistest: Panasonic DC-GH5 + Panasonic Leica DG Vario-Elmarit 12-60mm / 2.8-4.0 ASPH

Im März 2017 hat Panasonic mit der DC-GH5 nun das fünfte spiegellose Spitzenmodell mit MFT-Anschluß auf den Markt gebracht. Entgegen dem Trend der Hersteller immer kleinere und leichtere Kameras auf den Markt zu bringen ist die GH5 etwas schwerer und größer als Ihre Vorgängerin DC-GH4 geworden. Hier soll durch das Design und Ausstattung der anspruchsvolle Foto- und Videograf angesprochen werden. Das mit etwas über 700 gramm robuste Gehäuse der GH5 ist spritzwassergeschützt und liegt dank größerem Handgriff perfekt in der Hand. Sie bietet eine reichliche Auswahl an Direktwahltasten um viele Funktionen schnell ändern zu können, ohne in ein Menü gehen zu müssen. Insgesamt 11 Knöpfe, davon 5 Funktionstasten bieten schnellen Zugriff in die Einstellungen. Die 5 Funktionstasten lassen sich direkt programmieren ohne im Menü die nötige Einstellung suchen zu müssen. Einfach die gewählte Funktionstaste länger drücken, und in dem sich öffnenden Menü dann die benötigte Funktion auswählen. Und schon ist man fertig. Zudem hat Panasonic dem Gehäuse einen 4-Wege Joystick spendiert über den sich zum Beispiel die AF-Messfelder schnell ansteuern lassen. Auf der Oberkappe befinden sich 2 Moduswählrader. Das rechte für die üblichen Eistellungen wie P, A,S, M oder Custommenüs lässt sich nun verriegeln. Die 3 Custommenüs lassen sich über das Auwahlmenü der Kamera programmieren und gewähren dem Anwender so sinnvolle Voreinstellungen für häufig gewählte Funktionen. Beim linken Modusrad ist es möglich Einzelbild und Serienbildfunktion, Selbstauslöser oder auch die schon bekannte 4K Serienbildtechnik auswählen. Auch 6K Serienbild ist nun an Bord. Hier gehe ich später drauf ein. Die spritz- und wetterfeste GH5 verfügt über viele zusätzliche Anschlüsse die unter Gummiabdeckungen verborgen sind. Linkseitig sind hier die Anschlüsse für einen vollwertigen HDMI-2.0-Port, USB 3.1-Anschluß, Kopfhörerbuchse und Mikrofonanschluß mit 3.5 Klinke. Ist der Ton über Klinkenanschlußmikrofon dem Filmer nicht ausreichend, so kann er auf den Blitzschuh das optionale Mikrofon-Interface DMW-XLR1 schieben. Hier kann der Anwender 2 XLR-Mikrofone anschließen und High-Res Audio mit bis zu 24 Bit aufnehmen. Rechts am Gehäuse sitzen die Fernbedienungsbuchse und das Speicherkartenfach, welches ein Doppel-SD Kartenslot ist. Die Karteneinschübe können UHS II, SDXC und SDHC-Karten aufnehmen. Dabei wird der neue schnelle V-60 Standard unterstützt. Für Filmer sehr praktisch. Die DC-GH5 unterstützt "Hot Swapping". Hierbei kann man die volle Speicherkarte in einem Fach wechseln, während auf der anderen Speicherkarte geschrieben wird.

Ein weiterer Hingucker ist der hochauflösende Sucher. Ganze 3,68 Millionen Subpixel löst der OLED-Sucher auf und bietet mit der Suchervergrösserung 0,76x nicht nur ein extrem scharfes, sondern auch sehr großes Sucherbild. Der sich in alle Richtungen drehende Touchscreen ist weiter verbessert worden und besitzt mit 1.6 Millionen Bildpunkten noch mehr Detailauflösung. Auffällig ist beim Touchscreen seine gute Lesbarkeit, wenn das Umgebungslicht recht hell ist. Um zu verhindern das bei versehentlicher Berührung am Touchscreen Funktionen verstellt werden, kann man diesen über eine der Funktionstasten auch sperren. Dies ist eine sinnvolle Empfehlung für alle die wechselseitig mit Sucher oder Display arbeiten. Doch die beiden elektronischen Monitore benötigen etwas mehr Akkuleistung, als Kameras mit optischen Suchersystemen. Daher ist ein zweiter Akku vom Typ BLF19 oder der optionale Handgriff BGGH5 für Anwender zu empfehlen die viele Aufnahmen am Stück machen möchten oder lange Videoaufzeichnungen planen. Als erste Kamera aus dem GH-Lager besitzt die GH5 die Dual-IS Bildstabilisierung über den 5-Achsen Bildstabilisator im Gehäuse. Dieser lässt sich mit dem 2-Achsen Bildstabilisator der Panasonic Objektive zeitgleich nutzen. Eine Verbesserung ist dies allem bei Aufnahmen im Telebereich oder in der Makrofotografie

Die Bildqualität:
Beim DC-GH5 Sensor mit 20 Megapixel handelt es sich um eine Neuentwicklung. Dieser ist ohne Tiefpassfilter ausgestattet, besitzt eine sehr hohe Kantenschärfe und liefert scharfe und detailreiche Bilder. Im Vergleich zu einem rund 30% größeren APS-C Sensoren ( ca. 23 x 15mm ) der modernsten Kameras von Canon, Nikon oder Sony braucht der Micro-Four-Third Sensor ( 17,3 x 13mm ) sich nicht zu verstecken. Bis in den Bereich 1600 ISO zeigt der Sensor kaum die bekannten Probleme wie Farbrauschen oder Schärfenverluste. Ab 3200 ISO - 6400 ISO lässt die Detailtreue etwas nach und die Ergebnisse sind immer noch erstaunlich gut. Hier scheint der neue Venus-Engine 10 Prozessor mit 5 Rechenkernen ganze Arbeit zu leisten und hebt die Fotoqualität der DC-GH5 gegenüber den Vorgängern deutlich an.

Ein echtes Highlight ist der Videomodus. Hier hat Panasonic die doch am besten ausgestattete Kamera gefertigt, die ich bisher in der Hand hatte. Neben Ultra-HD ( 3840x2160 Pixel ) mit 60 Bildern pro Sekunde, bietet die GH5 auch Cinema 4K ( 4096x216 Pixel ) mit den üblichen 24 Bildern pro Sekunde, um den typischen Kinolook zu bekommen. Auch kann die Datenrate in Ultra HD nun bis auf 400 Mbit erhöht werden. Blockbildung bei extrem schnellen Motiven oder unruhigen Hintergründen gehören bei dieser Auflösung der Vergangenheit an. Ob Sie also in 4K schnelle Motive mit 60P oder lieber Kinofeeling haben möchten. Die GH5 kann beides. Auch in Full-HD ( 1920x1080 Pixel ) wird das Lob nicht kleiner, den die GH5 ermöglicht Superzeitlupen bis 180 Bilder/sec. in Full HD. Zudem einen 10-Bit Farbraum 4:2:2 direkt auf die Speicherkarte. Durch die schnelle Signalverarbeitung des Sensors und Processors ist der Rolling-Shutter Effekt deutlich vermindert worden und praktisch nicht mehr sichtbar. Um die hohe Qualität der GH5 auch wirklich nutzen zu können sind schnelle Speicherkarten wie die Lexar 2000x (300MB/sec.) oder Panasonic RP-SDZA V90 nötig. Natürlich sind eine unbegrenzte Aufnahmezeit, Timecode, Focuspeaking, Farbbalken, anamorphe Bildaufzeichnung und Mikrofonpegel mit an Bord der GH5. An Aufnahmeformaten stehen MOV, MP4 und AVCHD mit vielen verschiedenen Bitraten zur Verfügung. Der 5-Achsen Bildstabilisator ist auch im Videobetrieb aktiv. Tatsächlich ist dies nur ein Auschnitt der vielen Möglichkeiten und die GH5 wird kaum einen Anwender nicht zufrieden stellen können.

Die schon bekannte 4K Fotofunktion ist weiter verbessert worden. Die DC-GH5 ermöglicht 60 Bilder pro Sekunde in 4K und nun auch 30 Bilder pro Sekunde in 6K. Ein Einzelbild hat somit nun in 4K 8 Megapixel und in 6K ganze 16 Megapixel. Nie war es einfacher hochwertige Highspeedfotos in genau dem richtigen Moment in dieser Qualität zu festzuhalten. Kommt also der entscheidende Moment drückt man den Auslöser für einige Sekunden und zeichnet auf. Ist die Aufnahme beendet, kann ich über die Timeline sehr schnell die gesamte Serie ansehen. Das perfekte Bild mit dem entscheidenden Moment speichere ich dann als JPEG-Einzelbild mit 8 Megapixel oder 16 Megapixel ab und habe so immer genau das richtige Foto. Ideal eignet sich diese Aufnahmetechnik für alle Arten von Sportaufnahmen, Motiven in Bewegung aber auch Familienfeiern. Einfach klasse, wie einfach und schnell diese Funktion zu bedienen ist. Die Modi Focus-Stacking und Post-Focus sind auch mit an Bord. Hier kann der Fotograf Bilder in verschiedenen Schärfenebenen speichern und erst später in der Bildwiedergabe den exakten Schärfepunkt wählen. Zudem ist es möglich über die Focus-Stacking-Funktion die Bilder miteinander zu kombinieren, um den Schärfenbereich zu erweitern.

Der bewährte DFD-AF ( Depth-from-Defocus) ist weiterentwickelt worden. Hier handelt es sich um eine Mischung aus Phasenautofokus anhand falsch fokussierter Vergleichsbildern und Kontrastautofokus zur Feinjustierung. Statt wie bei den Vorgängern werden nun 480 Bilder pro Sekunde, statt bisher 240 Bilder analysiert. Zudem kann die GH5 auch die Bewegung des Motives erkennen. Egal in welcher AF-Einstellung, die GH5 fand immer schnell den richtigen Schärfenpunkt. Mit 225 AF-Messfeldern die man in Gruppen einteilen kann hat Panasonic die Autofocusmöglichkeiten der GH5 deutlich erweitert. Mit dem neuen Joystick an der Kamerarückseite können zudem AF-Messfelder schnell ausgesucht werden. Auch bei knappen Licht machte die GH5 in Verbindung mit dem Leica DG Vario-Elmarit 12-60mm / 2.8-4.0 ASPH. eine gute Figur. Der DFD-AF fokussierte genau und schnell jedes Motiv und das ab ca. Lichtwert -4. Im AF-C Betrieb kamen wir auf 9 Bilder/sec. und im AF-S Modus auf 12 Bilder, wobei die Motivwahlen sehr unterschiedlich waren. Die DC-GH5 meisterte alle von mir gestellten Hürden meisterhaft.

Verwendet habe ich auf der GH5 das Panasonic Leica DG Vario-Elmarit 12-60mm / 2.8-4.0 ASPH. Das rund 330 gramm leichte Objektiv schließt nun endlich eine Lücke im Panasonic Objektivprogramm. Zwar ist das bisherige High-End-Zoom, Panasonic GX Vario 12-35mm / 2.8 ein sehr schönes Objektiv mit toller Abbildungsleistung. Trotzdem hatte ich doch immer mal den Wunsch die Optik zu wechseln, da mit 35mm Endbrennweite doch schnell mal ein Teleobjektiv benötigt wird. Mit dem 12-60mm hat man die perfekte Optik für viele Anwendungsbereiche ohne das zu schnell auf ein Teleobjektiv gewechselt werden muß. Das Elmarit 12-60mm ist spritzwassergeschützt und verfügt über ein hochwertiges Metallgehäuse. Im Lieferumfang befindet sich eine Gegenlichtblende. Der Zoomring hat den richtigen Widerstand und die Optik lässt sich perfekt bedienen. Natürlich ist es Dual-IS. tauglich und arbeitet mit dem Bildstabilisator der GH5 zusammen. Auffällig ist die gute Naheinstellung von nur 20cm, welches das Objektiv auch im Makrobereich zu einer Empfehlung macht. Kleinste Motive können mit einem Bildfeld von rund 4x6 cm aufgenommen werden. Wer im Makrobereich manuell scharfstellen möchte wird durch Fokuspeaking und Sucherlupe der GH5 unterstützt. Die Bildqualität des DG Vario-Elmarit 12-60mm ist bei Offenblende über alle Brennweiten gleichbleibend hoch. Im Randbereich sind leichte Schärfenverluste sichtbar, die mit Abblenden um 1-2 Stufen nicht mehr zu sehen sind. Sehr positiv ist die extrem geringe Streulichtgefahr durch die neue Nano-Oberflächenvergütung. Auch Aufnahmen im Gegenlicht oder mit Störlichtquellen gelingen besser als bisher. Sichtbare Vignettierungen konnte ich beim Vario-Elmarit 12-60mm nicht feststellen. Auch im Videobetrieb konnte das Zoom überzeugen. Helligkeitsänderungen wurden ohne sprunghafte Belichtungswechsel gemeistert und die Scharfeinstellung war praktisch lautlos und somit im Video nicht zu hören.

Fazit:
Die Panasonic DC-GH5 + Panasonic Leica DG Vario-Elmarit 12-60mm / 2.8-4.0 ASPH ist eine konsequente Weiterentwicklung und bietet praktisch alle Ausstattungsmerkmale die Video- und Fotoprofis in einem Gerät haben möchten. Viele Kundenwünsche sind perfekt weiterentwickelt worden und die GH5 ist die richtige Begleiterin für praktisch alle Anwendungsgebiete.