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Praxistest: Sony Alpha 6500 schwarz + Zeiss Vario-Tessar T* E 16-70mm F4 ZA OSS

Praxistest: Sony Alpha 6500 schwarz + Zeiss Vario-Tessar T* E 16-70mm F4 ZA OSS

Sony Alpha 6500
Authentisch, präzise und ultraschnell – diese Attribute beschreiben den Neuzugang im Systemkamerasegment Sonys mehr als treffend. Was einst mit der A6000 begann und mit der 6300 fortgesetzt wurde, führt Sony nun bereits in dritter Generation solide fort und beweist damit ein wahres Händchen für gelungene Modellpflege. Vielreisende, Blogger, Ambitionierte und Profis, denen nur ein begrenztes Packmaß zur Verfügung steht, profitieren dabei von den zahlreichen Erweiterungen wie 5-Achsen-Bildstabilisator, 3" Touchscreenmonitor, größerer Pufferspeicher und Verbesserungen der Systemkamera für kompromisslose Standards im fotografischen Alltag. Inwieweit die A6500 sich damit in der Praxis behaupten kann, zeigt sich im Folgenden.

Design und Verarbeitung
Das Gehäuse der Alpha 6500 ist etwas größer geworden, um wahrscheinlich für den 5- Achsen-Bildstabilisator Platz zu schaffen. Auch präsentiert sich die Haltemulde noch griffiger als bei den beiden Vorgängern und gewährt so stets einen sicheren Halt – auch und gerade bei einhändiger Bedienung, wie sie beispielsweise durchaus bei Selfies, an der Steilwand oder bei Konzerten von Vorteil sein kann. Zusätzlich verfügt Sie nun vor dem Auslöser über 2 Customtasten, die der Anwender individuell belegen kann. Der Auslöser selbst ist auch etwas größer geworden. Das Objektivbayonett hat Sony verstärkt um auch den Anwendern schwerer Teleobjektive eine Lösung im APS-C Lager zu bieten. Spritzwasserschützt ist die Alpha 6500 nicht, aber Dichtungen gegen Staub und Feuchtigkeit sind mit verbaut. Nach wie vor verfügt die Alpha 6500 über ein klappbares Display, mit dem ungewöhnliche Aufnahmeperspektiven möglich sind. Das erstmals in einer Sony 6xxx Serie verbaute 3" Touchscreen lässt sich nun auch zum steuern der AF-Messfelder nutzen, auch wenn der Anwender durch den Sucher blickt. In der Sport- und Actionfotografie ein unschätzbarer Vorteil, den ich in der Praxis selbst gerne nutze. Zudem ist nach wie vor ein elektronischer Sucher an Bord, seit dem Vorgängermodell in der XGA OLED-Ausführung. Er verspricht satte Kontraste, gute Helligkeiten und ein scharfes Seherlebnis. Die Bildwiederholrate liegt bei 120 Bildern/sec und ermöglicht so eine flüssige Detailwiedergabe. Auch unterstützt der mit einer 0,7x Vergrösserung gut überblickbare Sucher eine Live-View Wiedergabe von bis zu 8 Bildern/sec.

Autofocus, Bildstabilisierung, Bildqualität
Der Autofocus wird wie bei der Alpha 6300 von 425 AF-Punkten unterstützt, die als Phasen-AF ausgeführt sind sowie von 169 Kontrast-Feldern – eine beträchtliche Steigerung gegenüber der A6000 und markenübergreifend sogar eine absolute Bestleistung. In Konsequenz ergeben sich damit in der Praxis Bilder, bei denen der Fokus ausnahmslos sitzt. So ergeben sich ganze Bildserien, die bezüglich der Fokussierung und Abbildungsleistung in Form der Schärfe klar überzeugen können. Neben den üblichen Autofocusmodi AF-A, AF-S oder AF-C bietet sich bei Personen in Bewegung auch die Gesichtserkennung ( Facetracking) mit Serienbildfunktion an. Hier hat Sony ganze Arbeit geleistet und zeigt wie leistungsfähig AF-Systeme heute sein können. Besitzer von A-Mount Objektiven können über den Sony LA-EA3 Ihre Objektive vollwertig mit Phasen und Kontrast-AF nutzen. Dies ist ein wertvoller Praxisnutzen.

Den gehäuseseitige 5-Achsen Bildstabilisator gab es noch in keiner Kamera der 6000er Serie. Durch das Verschieben des Bildsensors in allen 5 Achsen, man spricht vom sogenannten Sensor-Shift-Mechanismus, lassen sich Verwacklungen jeglicher Art gekonnt kompensieren und so auch Bildresultate mit längeren Verschlusszeiten realisieren, ohne auf ein Stativ oder Blitzgerät zurückgreifen zu müssen - beispielsweise bei Streetfotografen in der Dämmerung sehr entscheidend, um authentische Bildeindrücke zu erhalten, ohne unnötige Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Durch das geringe Auflagemaß des Sony E-Mount lassen sich zudem viele Objektive über Adapter an der Alpha 6500 verwenden. Also wird bei einer Optik ohne "Optical Steady Shot" das Bild stabilisiert und auch ältere über Adapter verbundene Objektive werden unterstützt. Der Sony Gyrosensor erkennt die Art und Richtung der Verwacklung und steuert den Sensor-Shift wirklich vorzüglich. Somit werden Aufnahmen mit etwa 4-5x längeren Belichtungszeiten ermöglicht.

Den Bildsensor mit 24 Megapixel hat die Alpha 6500 von der 6300 übernommen. Er liefert bei 100 ISO eine sehr überzeugende Leistung mit hoher Bildschärfe, extrem wenig Bildrauschen und toller Detailzeichnung in Lichtern und Schatten. Auch Einstellungen bis 1600 ISO überzeugen noch durch wenig Textur- und Detailverluste. Ab 3200 ISO greift der Weichzeichnungsfilter deutlicher ein und es entsteht höheres Farbrauschen. In Folge dessen hält sich auch das sonst für APS-C eher typische Bildrauschen stark in Grenzen, sodass sich der ISO-Bereich bei kleinen Ausdrucken notfalls bis zum Maximum (51 200) ausreizen lässt, meist aber gar nicht genutzt werden muss. Der Sony EXMOR-R Sensor mit Kupfervedrahtung liefert hier ganze Arbeit ab und im APS-C Kamerasektor erobert die Alpha 6500 einen der Spitzenplätze in Auflösung und Schärfe.

Video
In 4K Auflösung kann die Alpha 6500 intern maximal 30 Bilder bei 100Mbit und 4:2:0 Farbauflösung aufzeichnen. Hier kommt der Kamera zugute das fast der volle Sensor ( 16:9, 20 Megapixel, Super 35mm Auflösung ) auf 4K skaliert wird. Dies zeigt sich in einer sehr feinen Detailauflösung. Höhere Bildwiederholraten sind in Full HD bis 120 Bilder /sec. möglich. Hier sind die Rechenprozesse etwas höherund daher Texturverluste leicht sichtbar. Extern kann der Anwender das Signal per Micro HDMI in 4:2:2, 8 Bit an einen angeschloßenen Recorder wie den Atomos Inferno übertragen. Die Zeitlupenfunktion hat Sony ebenfalls verbessert. So lassen sich beispielsweise Slow-Motion- und Zeitrafferaufnahmen bereits in der Kamera zu einem Video kombinieren. Das Fokusfeld lässt sich auch bei Videoaufnahmen via Touchscreen verschieben – dabei erlaubt es die Alpha 6500 vorzugeben, wie sanft die Schärfe auf die neu gewählte Motivpartie gezogen werden soll. Zudem läuft die Kamera, im Gegensatz zu der 6300, auch bei längeren Videosequenzen nicht mehr heiß. Neben den üblichen Farbstylen kann man auch wieder in S-Log2 und S-Log3 aufzeichnen. Ein 4k Video hat immerhin 8 Megapixel pro Einzelbild, und daraus kann man durchaus auch brauchbare Fotos extrahieren. Bei der a6300 musste man dies noch am Rechner durchführen. Die Sony Alpha 6500 kann nun einzelne Bilder aus dem 4K Video direkt selber abspeichern. Das interne Mikro hat schon in einigen Aufnahmebereichen seine Schwächen, daher werden sich Videografen über den externen Mikroanschluß der 6500 freuen. Durch den 5-Achsen-Bildstabilisator sind selbst ruhige Aufnahmen überhaupt kein Problem. Die Alpha 6500 eignet sich prima für Aufnahmen aus der freien Hand. Selbst wenn sie sich beim Filmen bewegen und gehen, erhalten Sie ruhige, sehr verwacklungsarme Bilder die der Nutzung mit einer Steadycam schon sehr nahe kommen.

Das Objektiv – 16-70mm
Das kompakte 16-70mm hat Abmessungen von 6,7x7,5cm und wiegt nur rund 300 gramm. Das hochwertig verarbeitete Objektiv besitzt einen soliden Metalltubus der sehr gut verarbeitet ist. Sowohl Zoomring, als auch Scharfeinstellung lassen sich gut bedienen. Sony liefert dem hochwertigen Objektiv mit Zeiss Logo eine Gegenlichtblende und eine Schutztasche mit. Es verfügt über eine durchgehende Lichtstärke von Blende F4. Die Naheinstellgrenze liegt bei 35cm und einem Abbildungsmaßstab von 0,23x. Es eignet sich durch den großen Weitwinkelbereich und auch schönem Tele mit offener Blende als Universalobjektiv für Landschaftsaufnahmen, Architektur-, Portrait-, aber auch Nahaufnahmen. In der Bildqualität zeigt das Objektiv ebenfalls eine überzeugende Leistung. Bei Offenblende liefert das 16-70mm im Weitwinkelbereich Schärfe bis zum Rand und keine Abschattungen. Bei mittlerern und längeren Brennweiten ist die Schärfe ebenfalls gut, aber eine leichte Randabschattungen ist sichtbar. Verzeichnung ist insgesamt kein Thema. Nur bei 16mm Brennweite ist diese etwas stärker sichtbar und kann durch die Kamerakorrektur der Alpha 6500 behoben werden.

Fazit:
Die Alpha 6500 ist eine hochwertige und kompakte Kamera, die nicht zu viel Platz in der Tasche einnimmt. Das Sony Zeiss Vario Tessar 16-70mm passt ideal dazu und die Kombination liegt sicher in der Hand. Eine Perfekte "immer dabei" Kamera für Foto und Film. Überzeugen können auch die vielfältigen Möglichkeiten für viele Anwendungsgebiete. Gestochen scharfe Bilder und ein schneller Autofokus überzeugen selbst in schwierigen Situationen, wie zum Beispiel auf Konzerten mit sich schnell bewegenden Künstlern und unkonstantem Licht. Ideal passt zu den kleinen Sony Modellen 6000, 6300 oder 6500 das kleine Lume Cube LED-Licht, welches sich zum aufhellen für Portraits oder auch im Makrobreich verwendet habe. Das Lume-Cube nimmt wenig Platz in Anspruch und bietet mit bis zu 1500 Lumen Leistung eine tolle Lichtleistung. Zudem ist es komplett wssserdicht bis Tauchtiefe 30 Meter und kann per APP komplett einzeln als auch in Gruppen ferngesteuert werden. Ich kann diese Kombination nur empfehlen.

Tags: Sony, Praxistest